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Für Fachpersonal & Überweiser

Wissenschaftliche Evidenz, klinische Studien und technische Informationen zur EMSELLA®-Beckenbodentherapie — für überweisende Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Fachpersonal.

HIFEM-Technologie · Peer-reviewed Studien · BTL EMSELLA®

HIFEM-Technologie
High-Intensity Focused Electromagnetic

Nicht-invasive elektromagnetische Muskelstimulation für die Rehabilitation des Beckenbodens.

Wirkprinzip

  • Elektromagnetische Felder hoher Intensität (bis 2,5 Tesla)
  • Supramaximale Muskelkontraktionen — stärker als willkürlich möglich
  • Rund 11.000 Kontraktionen pro 28-minütiger Sitzung
  • Penetrationstiefe bis 10 cm — erreicht den gesamten Beckenboden
  • Nicht-invasiv — vollständig bekleidet, keine Elektroden oder Sonden

Physiologische Effekte

  • Muskelhypertrophie — Zunahme der Muskelfaserdichte
  • Neurale Adaptation — bessere neuromuskuläre Kontrolle
  • Faszikuläre Remodellierung — strukturelle Verbesserung der Muskulatur
  • Kollagen-Stimulation — Straffung des Bindegewebes
  • Durchblutungsförderung — verbesserter Stoffwechsel im Beckenboden
Technische Spezifikationen · BTL EMSELLA®
Magnetfeld-Stärke
2,5 Tesla
Frequenzbereich
10 – 50 Hz
Kontraktionen pro Sitzung
~ 11.000
Sitzungsdauer
28 Min.
Zertifizierung
FDA · CE · TÜV
Hersteller
BTL Industries

Klinische Evidenz

Peer-reviewed Studien zur Wirksamkeit der EMSELLA®-Therapie bei verschiedenen Indikationen.

Stress Urinary Incontinence in Females

Alinsod et al. · Frauen mit Belastungsinkontinenz · 6 Behandlungen über 3 Wochen · Follow-up 3 Monate

  • 95 % Patientenzufriedenheit nach Behandlungsende
  • Signifikante Reduktion der Inkontinenz-Episoden
  • Verbesserung der Lebensqualität (QoL-Scores)
  • Keine Nebenwirkungen berichtet
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Male Urinary Incontinence

Azparren et al. · Männer (post-Prostatektomie, altersbedingt) · 6 Sitzungen · Follow-up 6 Monate

  • Signifikante Verbesserung bei männlicher Inkontinenz
  • Reduktion der Pad-Nutzung nach Prostata-OP
  • Nicht-invasive Alternative zu chirurgischen Eingriffen
  • Anhaltende Effekte nach 6 Monaten
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Quality of Life in Incontinence

Berenholz et al. · Einfluss auf Lebensqualität und Patientenzufriedenheit

  • Deutliche Verbesserung der Lebensqualität
  • Mehr Selbstvertrauen und soziale Aktivität
  • Reduktion von Scham und psychischer Belastung
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Long-term Efficacy

Samuels et al. · Anhaltende Verbesserung der Inkontinenz-Symptome

  • Langfristige Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen
  • Anhaltende Verbesserung auch Monate nach Behandlung
  • Hohe Compliance durch schmerzfreie Anwendung
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Indikationen

Differenziert nach Indikationsspektrum bei Frauen und Männern.

Frauen

  • Belastungsinkontinenz (Stress Urinary Incontinence, SUI)
  • Dranginkontinenz (Urge Urinary Incontinence, UUI)
  • Mischinkontinenz (Mixed Urinary Incontinence, MUI)
  • Postpartale Beckenbodenschwäche
  • Menopausale Beckenbodendysfunktion
  • Sexuelle Dysfunktion (verminderte Orgasmusfähigkeit)
  • Prophylaxe bei Risikofaktoren (Adipositas, familiäre Disposition)

Männer

  • Post-Prostatektomie-Inkontinenz (nach radikaler Prostatektomie)
  • Post-TURP-Inkontinenz (nach transurethraler Resektion)
  • Altersbedingte Beckenbodenschwäche
  • Dranginkontinenz bei BPH (benigne Prostatahyperplasie)
  • Erektile Dysfunktion (begleitend, off-label)
  • Prophylaxe vor geplanter Prostata-OP

Behandlungsprotokoll

Standard-Behandlungszyklus, individuell an die Patientin oder den Patienten angepasst.

6
Sitzungen im Standardzyklus
28
Minuten pro Sitzung
pro Woche (empfohlene Frequenz)

Rahmen & Patientenvorbereitung

  • Gesamtdauer ca. 3 Wochen für einen vollständigen Zyklus
  • Auffrischung optional nach 6 – 12 Monaten (1 – 2 Sitzungen)
  • Intensität individuell angepasst (50 – 100 % der Maximalleistung)
  • Vollständig bekleidet — keine Umkleide nötig
  • Entleerung der Blase vor der Behandlung empfohlen
  • Kein Gel, keine Elektroden, keine Sonden

Behandlungsablauf

  • Phase 1 (10 Min.) — Aufwärmung, niedrige Frequenz
  • Phase 2 (15 Min.) — maximale Intensität, supramaximale Kontraktionen
  • Phase 3 (3 Min.) — Cool-down, niedrige Frequenz
  • Patient sitzt entspannt und angezogen auf dem Stuhl — Lesen währenddessen möglich

Kontraindikationen

Absolute und relative Kontraindikationen für die EMSELLA®-Therapie.

Absolute Kontraindikationen

  • Schwangerschaft (alle Trimester)
  • Herzschrittmacher, ICD, implantierte Defibrillatoren
  • Metallimplantate im Beckenbereich (Hüft-TEP, Osteosynthese-Material)
  • Intrauterinpessar (IUP) aus Kupfer oder Metall
  • Aktive maligne Tumoren im Beckenbereich
  • Nicht kontrollierte Epilepsie
  • Aktive Blutungen, Menstruation (Behandlung verschieben)

Relative Kontraindikationen

  • Beckenboden-Prolaps > Grad 2 (vorher Gynäkologie konsultieren)
  • Akute Harnwegsinfektionen (erst nach Ausheilung)
  • TVT/TVT-O-Bänder (individuelle Prüfung, meist kein Problem)
  • Adipositas permagna (BMI > 40 — Wirkung ggf. reduziert)
  • Z. n. Strahlentherapie im Becken (innerhalb 6 Monate)
  • Neurologische Erkrankungen mit Beckenbodenaffektion (MS, Parkinson)

Wichtige Hinweise

  • Hormonspirale (Mirena): in der Regel kein Problem (kein Metall)
  • Zahn- und Brustimplantate: keine Kontraindikation (zu weit vom Behandlungsfeld entfernt)
  • Medikamente: keine bekannten Interaktionen, keine Anpassung nötig
  • Post-OP: mindestens 6 Wochen Abstand nach Beckenboden-Operationen empfohlen

Für Kolleginnen und Kollegen

Fragen zur Therapie oder zur Patientenüberweisung?

Gerne stehe ich für Rückfragen zu Indikationen, Behandlungsverläufen und Kombinationstherapien zur Verfügung.

Dr. med. Sandra Kurbin · Fachärztin für Urologie · Wolfratshausen